Ayurveda
Mit dem Begriff Ayurveda wird eine Heilkunst bezeichnet, die vermutlich schon mehrere tausend Jahre alt ist und ihren Ursprung sehr wahrscheinlich in Indien hat. Das genaue Alter Ayurveda-Lehre kann heute mangels schriftlicher Quellen nicht mehr nachvollzogen werden, ein Mindestalter von 5.000 Jahren gilt jedoch als gesicherte Erkenntnis. Ayurveda wird nicht nur in Indien, sondern auch in Sri Lanka, Nepal und vereinzelt auch noch in einigen anderen Regionen Südostasiens praktiziert.
Mit der Ayurveda-Lehre soll unter Berücksichtigung bestimmter Lebensgewohnheiten eine Verbesserung des allgemeinen körperlichen Wohlempfindens und damit eine Steigerung der Lebensqualität erreicht werden. Einen wesentlichen Bestandteil nimmt bei Ayurveda die indische Ernährungslehre ein. Die Anhänger des Ayurvedas gehen davon aus, dass in jedem menschlichen Organismus drei verschiedene Lebensbausteine enthalten sind, die in Indien Kapha, Pitta und Vata genannt werden. Dabei handelt es sich bei vereinfachter Darstellung um Erde und Wasser (Kapha), Feuer und Wasser (Pitta) sowie um Wind, Luft und Äther (Vata). Im Idealfall sollten alle drei Bausteine in etwa gleich stark im Körper vertreten sein, was nach der Ayurveda-Lehre allerdings nur selten der Fall ist. Daher erstellt der Ayurveda-Arzt einen auf jeden Patienten individuell zugeschnittenen Ernährungsplan, der für ein Gleichgewicht zwischen Kapha, Pitta und Vata sorgen soll. Daneben sind einige grundsätzliche Ernährungsregeln zu beachten, die im Großen und Ganzen aber auch außerhalb des Ayurvedas Gültigkeit besitzen, z.B. regelmäßige Pausen zwischen den Hauptmahlzeiten oder nicht zu viel auf einmal zu essen.
Während die Ayurveda-Lehre in Südostasien, insbesondere natürlich in Indien, als unantastbar angesehen wird, ist die Akzeptanz dieser Behandlungsform in der internationalen Schulmedizin nicht gegeben. Der stark unterschiedliche Umgang mit Ayurveda wird unter anderem auch in der Tatsache deutlich, dass das Praktizieren dieser traditionellen Heilkunst in Indien ein langjähriges Studium voraussetzt und in Deutschland und anderen westlichen Staaten selbst werbende Hinweise auf Ayurveda weitgehend untersagt sind. In einem bestimmten Maße spielt Ayurveda in Indien auch im Zusammenhang mit dem Tourismus eine Rolle, da diverse Reiseveranstalter entsprechende Angebote im Sortiment haben.

