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Indienreisen

Hinduismus

Die Wurzeln des Hinduismus reichen etwa bis 2250 vor Christus zurück, als erste Vorstufen der heutigen Religionsform im Norden Indiens entstanden sind. Historiker gehen davon aus, dass es sich beim Hinduismus nicht um eine individuelle Religion handelt, sondern dass er im Laufe der Jahrhunderte durch eine Art Zusammenlegung mehrere Religionen entstanden ist. Auch wenn der größte Anteil des Hinduismus von altindischen Religionen gestellt werden dürfte, so waren darin zu Beginn auch Religionen vertreten, die aus Europa nach Indien gebracht worden sind. Unter dem Strich wird die vedische Zeit (ab 2.000 v. Chr.) als Geburtsstunde des Hinduismus in Indien gesehen.

Die ersten Meilensteine auf dem Weg des Hinduismus zu einer Nationalreligion in Indien waren die Lebzeiten von den Halbgöttern Krishna und Rama. Von den Anhängern des Hinduismus als Mensch gewordene Reinkarnation des Gottes Vishnu verehrt, sollen die beiden Heiligen zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 4. Jahrhundert nach Christus gelebt haben. Der Kult um Krishna und Rama sorgte in dieser Zeit für eine starke Verbreitung des Hinduismus, vor allem im Norden Indiens, aber auch in den zentralen Regionen des Landes. Zwischen dem 8. und 16. Jahrhundert wurden weite Teile des damaligen Indiens von muslimischen Herrschern regiert, wodurch der Hinduismus hinter den Islam zurücktreten musste. Mit den portugiesischen Eroberern fand ab dem 16. Jahrhundert schließlich auch das Christentum den Weg nach Indien, so dass ab diesem Zeitpunkt alle drei heutigen Weltreligionen im Land vertreten waren.

Ab dem 19. Jahrhundert sprechen Religionshistoriker auch vom sogenannten Neo-Hinduismus. Darunter ist der Zusammenschluss aller bisher in Indien vertretenen Richtungen des Hinduismus zu einer einheitlichen Glaubenslinie zu verstehen. Durch diese “Fusion“ ist das Wesen des Hinduismus auch für den Außenstehenden deutlich einfacher nachvollziehbar geworden. Inhaltlich geht es beim Hinduismus, der im Übrigen viele verschiedene Götter kennt, darum, sich durch gute Taten in einer Art Hierarchie hochzudienen. Die Hindus gehen davon aus, dass es nach dem Tod eine Wiedergeburt gibt und ein jedes Individuum entsprechend seiner Verdienste in einer neuen Position erneut zur Welt kommt. Als heilige Schrift werden im Hinduismus die vier Veden, in Indien auch Shruti genannt, angesehen. Die meisten Hindus ernähren sich vegetarisch, was jedoch keine verpflichtende Bedingung dieser Religion ist. Auf den Verzehr von Rindfleisch wird hingegen komplett verzichtet, da Kühe im Hinduismus als heilige Tiere gelten.