Indien Geographie - Gliederung (Territorien, Bundesländer, Städte)
In Indien gibt es insgesamt 28 Bundesstaaten und sieben Unionsterritorien. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Verwaltungsformen besteht darin, dass die Bundesstaaten jeweils von einem gewählten Parlament regiert werden, die Unionsterritorien jedoch von der indischen Zentralregierung in Delhi verwaltet werden. Die Bundesstaaten und Unionsterritorien in Indien sind wiederum in 603 Distrikte unterteilt, die die nächste Verwaltungsebene bilden. Ein Distrikt in Indien ist in etwa mit einem Stadt- oder Landkreis in Deutschland vergleichbar. Auf den darunter liegenden Verwaltungsebenen folgen noch weitere Aufteilungen, bis am Ende die einzelnen Dörfer stehen.
Auch wenn der Vorsitzende der Regierung eines jeden Bundesstaats in Indien als Chief Minister tituliert wird, so kommen diesem in der Regel ausschließlich repräsentative Aufgaben zu. Die eigentlichen Regierungsgeschäfte übernimmt der jeweilige Gouverneur, der nicht gewählt, sondern vom indischen Staatspräsidenten eingesetzt wird.
Auf kommunaler Veraltungsebene, also in den einzelnen Städten und Dörfern, ergeben sich je nach Größe des zu verwaltenden Bereichs mehr oder weniger große Unterschiede. Während große Städte mit nur einem einzigen Gremium auskommen, dem sogenannten Municipal Corporations oder in kleineren Städten dem Municipalities, unterliegen die Dörfer und Gemeinden auf dem Land dem dreistufigen Panchayati Raj. Hier gibt es auf Dorf-, Block- und Distriktebene jeweils ein gewähltes Gremium, das in seinem Kompetenzbereich unabhängig von übergeordneten Stellen Entscheidungen treffen kann.
Bis zur Unabhängigkeit Indiens gegen Ende der 1940er-Jahre gab es neben einigen sehr wenigen französisch regierten Städten sehr viele britische Provinzen und selbstständige Fürstenstaaten. Die Fürstenstaaten wurden bis zu diesem Zeitpunkt von einer eigenen Regierung verwaltet, waren jedoch britischer Aufsicht unterstellt. In den britischen Provinzen übernahm ein Kolonialverwalter die Regierungsgeschäfte. Nach der Unabhängigkeit gab es in Indien zwar keine Fürstenstaaten und britischen Provinzen mehr, sehr wohl aber weiterhin Unterschiede in der Regierungsform. Den ehemaligen Fürstenstaaten wurde von der indischen Zentralregierung jeweils ein nicht gewählter Gouverneur zugeteilt, in den ehemaligen Provinzen gab es fortan ein gewähltes Parlament. Die erste Verwaltungsreform des unabhängigen Indiens stellte die ehemaligen Fürstentümer und Provinzen gleich, was durch eine Neuordnung der Bundesstaaten und Unionsterritorien geschah. Als Grenze dienten dabei die Sprachen, die damals in den verschiedenen Teilen Indiens gesprochen wurden. Weitere Verwaltungsreformen in den folgenden Jahrzehnten gaben dem Veraltungsapparat in Indien sein heutiges Aussehen. Die bisher letzte Reform brachte im Jahr 2000 die drei neuen Bundesstaaten Jharkhand, Chhattisgarh und Uttarakhand hervor.
Eine grafische Übersicht der Geographie von Indien wird noch aufgenommen.

