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Indienreisen

Chandigarh - Unionsterritorium

Chandigarh ist eine Stadt im Norden Indiens, die zugleich ein eigenes Unionsterritorium bildet und rund 1 Millionen Einwohner hat. Eine weitere Besonderheit Chandigarhs besteht darin, dass es die Hauptstadt von gleich zwei indischen Bundesstaaten ist, nämlich Punjab und Haryana. Dieser Umstand wird dadurch begründet, dass Indien und Pakistan im Jahr 1947 von der britischen Kolonialmacht unabhängig wurden und im Anschluss nicht nur die Landes-, sondern auch die Bundesstaatsgrenzen neu definiert wurden. Die seitherige Hauptstadt Lahore wurde Pakistan zugeschlagen, woraufhin der indische Bundesstaat Punjab quasi über Nacht ohne Hauptstadt dastand.

In der Folge beauftragte die indische Zentralregierung die Architekten Albert Mayer und Maciej Nowicki mit der Errichtung einer Planstadt. Nachdem Nowicki, der auch unter seinem amerikanischen Namen Matthew Nowitzki bekannt wurde, nur kurze Zeit nach der Auftragserteilung einen tödlichen Unfall hatte, zog sich auch Mayer aus dem Projekt zurück. Die Nachfolge trat der Architekt Le Corbsier aus der Schweiz an, als Namenspate für die künftige Hauptstadt Punjabs diente die Ortschaft Chandigarh am Fuße des Himalayas.

Le Corbusier unterteilte Chandigarh in mehrere Sektoren, die in etwa mit Stadtteilen vergleichbar sind, wodurch er sich in Indien nicht nur Freunde machte. Jedem Sektor wurde eine spezifische Funktion zugewiesen, so dass es in Chandigarh Stadtteile gibt, in denen es jeweils ausschließlich Wohnungen, Restaurants oder Kaufhäuser gibt. Was zunächst als sehr vorteilhaft und praktisch eingestuft wurde, entpuppte sich schon bald als das Gegenteil. Die Einwohner Chandigarhs müssen dadurch sehr lange und oftmals umständliche Wege in Kauf nehmen, um von A nach B zu gelangen.  

Kurz nach der Fertigstellung der Hauptstadt Chandigarh spaltete sich der hindisprechende Teil Punjabs ab und hieß fortan Haryana. Seit diesem Verwaltungsakt ist Chandigarh die Hauptstadt beider indischer Bundesstaaten, unterliegt als Unionsterritorium allerdings der Verwaltung der indischen Zentralregierung in Neu-Delhi.

Die attraktivste Sehenswürdigkeit Chandigarhs stellt das Landschaftsprojekt Rock Garden dar, das in den 1960er-Jahren von dem Künstler Nek Chand entworfen wurde und eine Fläche von rund 10 Hektar einnimmt. Chand wollte damit einen Kontrast zur modernen Planstadt Chandigarh schaffen, was ihm auch sehr gut gelungen ist. Trotz der genannten kleinen Nachteile der “Schönen Stadt“, wie Chandigarh in Indien genannt wird, dient die Hauptstadt landesweit als Vorbild für alle neuen Planstädte in Indien.