Daman und Diu - Unionsterritorium
Mit einer Fläche von nur 112 km² ist Daman und Diu, das von den beiden gleichnamigen Städten gebildet wird, eines der kleinsten Unionsterritorien in Indien. Daman und Diu sind nicht unmittelbar miteinander verbunden und liegen sich an den Ufern eines Meerbusens des Arabischen Meeres im Westen Indiens gegenüber. Diu hat knapp 30.000 Einwohner und liegt zu einem Teil auf einer Insel, zum kleineren Teil auf dem Festland. Beide Stadtteile sind durch eine Brücke miteinander verbunden. Daman, die Hauptstadt des Unionsterritoriums, liegt vollständig auf dem Festland und bildet die südliche Grenze des Bundesstaats Gujarat. Hier leben etwa 45.000 Menschen.
Zu Zeiten der portugiesischen Kolonialherrschaft bildeten die Städte Daman und Diu zusammen mit Goa eine Verwaltungseinheit. Dies änderte sich erst, als das Gebiet im Jahr 1961 von der indischen Armee besetzt wurde. Daman und Diu wurden daraufhin zum Unionsterritorium ernannt, während Goa seit dem Jahr 1987 ein eigenständiger Bundesstaat Indiens wurde. Zuvor gehörten die Städte Daman und Diu ebenso wie das restliche Gebiet des heutigen Bundesstaats Gujarat etwa 300 Jahre lang zu der Kolonie Portugiesisch-Indien.
Die regionale Wirtschaft in Daman und Diu wird fast ausschließlich von der Landwirtschaft und der Fischerei bestimmt. In den Kneipen beider Städte ist der Ausschank von Alkohol erlaubt, was in den übrigen Gebieten des indischen Bundesstaats Gujarat strengstens verboten ist. Damit bilden die Städte Daman und Diu eine Nische für den Alkoholtourismus, der sowohl Einwohner der umliegenden Städte als auch Touristen anzieht, die an der Westküste Indiens unterwegs sind. Ansonsten spielt der Tourismus in Daman und Diu allerdings so gut wie keine Rolle.

