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Indienreisen

Jharkhand ein Bundesstaat im Nordosten von Indien

Der Bundesstaat Jharkhand liegt im Nordosten des Landes und wurde erst am 15. November 2000 im Zuge der jüngsten Verwaltungsreform in Indien gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte die knapp 80.000 km² große Fläche des heutigen Jharkhands dem nördlich angrenzenden Bundesstaat Bihar an. Im gesamten Bundesstaat Jharhand leben etwa 30,5 Millionen Einwohner, rund 1 Millionen davon in der Hauptstadt Ranchi. Der 1.365 Meter hohe Berg Parasnath ist nicht nur die höchste Erhebung im Bundesstaat Jharkand, sondern auch der wichtigste religiöse Pilgerort der dort lebenden Jainas, die etwa 10 % der Bevölkerung ausmachen. Beim Jainismus handelt es sich um eine Religion, die in Indien bereits 500 vor Christus entstanden ist und ihre Wurzeln im Hinduismus hat.

Bihar, zu dem das heutige Jharkhand einst gehörte, war im frühern Mittelalter eines der mächtigsten Reiche im damaligen Indien. Die Selbstständigkeit Bihars endete im Jahr 1525 mit der Eingliederung in das Reich Delhi, bevor es 1765 Teil von Britisch-Ostindien wurde. Der Buddhismus war im vorchristlichen Bihar die dominierende Religion, erst etwa 600 nach Christus trat der Brahmanismus an die Stelle des Buddhismus. Zahlreiche Ruinen, die teilweise weit über 2.000 Jahre alt sind, zeugen noch heute von der Frühzeit des Buddhismus im damalige Bihar bzw. Jharkhand. Die religiösen und politischen Führer des Brahmanismus ließen nahezu alle Tempelbauten des Buddhismus zerstören, so dass die Ruinen die einstige Pracht dieser Bauwerke nur noch erahnen lassen.

Im heutigen Bundesstaat Jharkhand setzen sich einige politische Parteien, die der maoistischen Untergrundorganisation zugeordnet werden, für die Rechte der Bauern ein. Ein Großteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig, was in den meisten Fällen reicht, um knapp über dem Existenzminimum leben zu können. Jharkhand zählt daher zu den ärmeren Bundesstaaten in Indien.