Nagaland - Bundesstaat
Nagaland gehört als einer von insgesamt sieben indischen Bundesstaaten, die zur sogenannten Northeastern Region des Landes, die einem eigenen Bundesministerium für Entwicklungsförderung unterstellt ist. Das Ministerium hat die Aufgabe, die zum größten Teil durch Bangladesh abgegrenzten Bundesstaaten nordöstlich des indischen Kernlandes in ihrer Entwicklung zu unterstützen, was in erster Linie durch finanzielle Zuweisungen aus Neu-Delhi geschieht. Nagaland, das die Heimat von knapp 3 Millionen Menschen ist, gehört mit einer Fläche von 16.500 km² zu den kleineren Bundesstaaten in Indien. Kohima ist zwar die Hauptstadt von Nagaland, mit knapp 100.000 Einwohnern aber etwas kleiner als Dimapur, wo 120.000 Menschen leben.
Die Christen stellen mit 85 % die überwiegende Mehrheit unter den in Nagaland vertretenen Religionen. Neben Nagaland gibt es eine christliche Mehrheit nur noch in zwei weiteren Bundesstaaten Indiens, in Meghalaya und in Mizoram. Die übrigen Staaten und Bezirke in der Northeastern Region sind dagegen überwiegend hinduistisch geprägt. Das Christentum verdankt seiner Vormachtstellung in den genannten Bundesstaaten der Missionsarbeit, die hier vor allem von baptistischen Christen geleistet wurde. Bei den ethnischen Gruppierungen stellen die Nagas mit einem Anteil von 83 % den größten Teil. Die Nagas unterteilen sich in 16 verschiedene Volksstämme und sind zugleich auch Namensgeber des Bundesstaats.
Nagaland ist eines der politischen Sorgenkinder in Indien. Seit Dezember 1963 ist Nagaland zwar ein eigenständiger Bundesstaat, doch bereits Mitte der 1950er-Jahre wurden in Nagaland erste Rufe nach Unabhängigkeit von Indien laut, die bis heute nie vollständig verstummt sind. In diesem Zusammenhang sind wohl auch die Anschläge vom 2. Oktober 2004 in Assam und Nagaland zu sehen, die insgesamt 57 Menschenleben forderten und der hiesigen Unabhängigkeitsbewegung zugerechnet werden.

