Tripura - Bundesstaat
Der Bundesstaat Tripura liegt im Nordosten Indiens und gehört zu den sogenannten “Sieben Schwesternstaaten“, die nur durch eine sehr schmale Verbindung an den Rest des Subkontinents angeschlossen sind. Mit einer Fläche von 10.500 km² und 3,5 Millionen Einwohnern handelt es sich bei Tripura um einen verhältnismäßig kleinen Bundesstaat. Die Hauptstadt Agartala ist mit 225.000 Einwohnern die einzige Großstadt in Tripura, in der mehr als 100.000 Menschen leben. Als offizielle Amtssprachen dient neben Bengalisch und Kokborok auch noch Englisch. Große Teile des Bundesstaats Tripura grenzen an Bangladesh, landesinterne Grenzverbindungen bestehen nach Mizoram im Norden und Assam im Nordosten.
Trotz seiner eher geringen Bedeutung für das heutige Indien, kann der Bundesstaat Tripura auf eine durchaus interessante Geschichte zurückblicken. Nachdem Indien im Jahr 1947 die Unabhängigkeit vom Britischen Königreich erhielt, blieb Tripura bis zum 10. Oktober 1949 seinerseits ebenfalls ein unabhängiges Fürstentum. Mündlich überlieferten Quellen wurde das Fürstentum Tripura bereits kurz nach der Zeitenwende gegründet, wäre damit also rund 2.000 Jahre alt. Historisch gesichert ist hingegen, dass das Fürstentum Tripura als eines der wenigen Gebieten in Indien zu keiner Zeit unter die Herrschaft der im Mittelalter regierenden Großmogule gefallen ist. Ebenso wenig gehörte Tripura zur Ostindien-Kompanie, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts unter britischer Verwaltung stand. Von 1871 – 1947 hatte Tripura allerdings den Status eines britischen Protektorats, wobei die Briten den Maharaja, so lautete der damalige Herrschertitel in den Fürstentümern, im Jahr 1919 offiziell anerkannten.
Nach dem Anschluss an Indien gehörte Tripura zunächst zum Bundesstaat Manipur, bevor es am 1. Juli 1963 erst zum Unionsterritorium und am 21. Januar 1972 zum Bundesstaat ernannt wurde. Bis zum Jahr 1949 gab es in Tripura eine eigene Zeitrechnung, die im Jahr 591 nach Christus mit dem Jahr 1 begonnen hatte.

