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Indienreisen

Westbengalen - Bundesstaat

Der Bundesstaat Westbengalen liegt im Osten Indiens und fungiert als eine Art Bindeglied zwischen der Landmasse des Subkontinents und den sieben Schwesternstaaten der Nordost-Region des Landes. Ein kleiner Teil des Gebiets von Westbengalen grenzt an den Golf von Bengalen, einem Nebenmeer des Indischen Ozeans. Auf einer Fläche von 90.000 km² leben in Westbengalen 88,5 Millionen Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von annähernd 1.000 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht und Westbengalen zu einem der am dichtesten besiedelten Bundesstaaten Indiens macht. Trotzdem gibt es neben der Hauptstadt Kalkutta, in der 5 Millionen Menschen leben, mit Haora (1,5 Millionen Einwohner) nur noch eine weitere Millionen-Metropole.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das damalige Bengalen von den britischen Kolonialherren in einen hinduistischen Teil und einen muslimischen Teil gespalten, was bei der Bevölkerung jedoch auf massiven Widerstand stieß. Das von dieser Teilung betroffene Gebiet bestand aus den heutigen Bundesstaaten Westbengalen, Bihar, Jharkhand und Orissa. Die Briten nahmen die Teilung im Jahr 1912 wieder zurück und führten die vorgenannten Gebiete als eigenständige Provinzen, wobei Jharkhand damals noch zu Bihar gehörte.
Was im Jahr 1905 am Widerstand der Bevölkerung in Bengalen scheiterte, wurde 1947 erfolgreich in die Tat umgesetzt, als Indien als hinduistischer Teil und Bangladesh sowie Pakistan als muslimische Teile von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen wurden. Seit dieser Zeit gehört Westbengalen zu Indien und bekam von Beginn an den Status eines Bundesstaats.

Der Bundesstaat Westbengalen ist politisch auch heute noch sehr stark vom Kommunismus geprägt. Seit dem Jahr 1977 steht die marxistische Communist Party of India ununterbrochen an der Spitze der hiesigen Regierung. Die politische Entwicklung in Westbengalen stand zudem sehr stark unter dem Einfluss von Jyoti Basu, der von 1977 bis 2001 als Chief-Minister die Regierungsgeschäfte des Bundesstaats in seinen Händen hielt. Bis heute ist Basu damit der am längsten amtierende Chief-Minister in der Geschichte Indiens.

Aus touristischer Sicht ist vor allem die Hauptstadt Kalkutta von Bedeutung, die sehr viele Städtetouristen aus dem In- und Ausland nach Westbengalen lockt. Der gebirgige Norden des Bundesstaats ist aufgrund seiner eindrucksvollen und sehr stark bewaldeten Landschaft vor allem für Natururlauber sehr interessant. In den Mangrovenwäldern im Süden des Bundesstaats gibt es noch eine sehr kleine Population des vom Aussterben bedrohten bengalischen Tigers.