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Indienreisen

Kolonialzeit

Die Kolonialzeit in Indien nahm mit der Besetzung einiger Küstenregionen im frühen 16. Jahrhundert ihren Anfang. Auch wenn Großbritannien im Laufe der Jahrhunderte zur dominanten Kolonialmacht in Indien aufstieg, so waren es zunächst Portugal, Frankreich und die Niederlande, die sich einzelne Gebiete Indiens aneignen konnten. Durch die portugiesischen Seefahrer fand unter anderem auch das Christentum den Weg nach Indien. Portugal missionierte die Bevölkerung im großen Stil, in weiten Teilen der besetzten Gebiete Indiens wütete die Inquisition. Die christliche Minderheit unter der indischen Bevölkerung konzentriert sich heute auf einige wenige Bundesstaaten. In einigen Gegenden Indiens sehen sich Christen verfolgungsähnlichen Zuständen ausgesetzt, was sich unter anderem in der Zerstörung von Kirchen, aber auch in Form körperlicher Gewalt bemerkbar macht.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die bisherigen Kolonialmächte in Indien weitgehend von der britischen Krone verdrängt, die auf dem ganzen Subkontinent die sogenannte Ostindien-Kompanie installierte. Wichtigste Stützpunkte der Ostindien-Kompanie waren die Städte Kalkutta, Madras und Bombay (heute Mumbai). Daneben akzeptierte Großbritannien noch einige kleine Fürstentümer, deren Herrscher sich der britischen Krone gegenüber jedoch stets loyal zeigen mussten. In den Jahren 1856/57 formierte sich vor allem im Norden Indiens ein massiver Widerstand gegen die Ostindien-Kompanie, so dass sich die britische Krone gezwungen sah, Indien seiner unmittelbaren Kontrolle zu unterstellen.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Indien wiederum Stimmen laut, die die Unabhängigkeit des Landes forderten. Zu gewaltsamen Aufständen gegenüber den Kolonialherren aus Großbritannien kam es damals allerdings nicht. Die Forderungen der Bevölkerungen bekamen immer mehr Gewicht, als sich auch die Anhänger des Islams der Unabhängigkeitsbewegung anschlossen. Der entscheidende Durchbruch gelang schließlich unter der Führung Mahatma Gandhis und Jawaharlal Nehru, so dass Indien und Pakistan von Großbritannien im Jahr 1947 in die Unabhängigkeit entlassen wurden. In Pakistan ließen sich vor allem die Muslime nieder, während es die Hindus nach Indien zog.