Indien im Mittelalter und zur Mogulzeit
Das beginnende Mittelalter läutete in Indien ab dem 5. und 6. Jahrhundert den allmählichen Niedergang des Buddhismus ein, dessen Spuren und Einfluss aber auch heute noch nicht komplett verschwunden sind. Ab dem 8. Jahrhundert bekam der Hinduismus ernsthafte Konkurrenz vom Islam, der sich in ersten Regionen Nordindiens ausbreitete. Im 12. Jahrhundert kam es zur Gründung des Sultanats von Delhi, einem der ersten muslimischen Reiche in Indien. Damit ging auch eine zunehmende Isalmisierung der Bevölkerung im Norden des heutigen Indiens einher. Einen ersten Rückschlag musste der Islam in Indien mit dem Einfall der Mongolen gegen Ende des 14. Jahrhunderts hinnehmen, der das Ende des Sultanats von Delhi bedeutete.
Ab dem 16. Jahrhundert gewann der Islam in Indien wieder an Bedeutung, was in erster Linie der Gründung des Mogulreichs zu verdanken war. Bis zur Jahrhundertwende zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert war der Norden Indiens muslimisch geprägt, während im Süden der Hinduismus dominierte. Das Mogulreich hielt sich in Indien bis zum Jahr 1857, bevor es endgültig von der Bildfläche verschwunden ist. Unter bekannten Mogulherrschern wie Shan Jahan, Akbar oder Jahangir entstanden in Indien zahlreiche Bauwerke, die für die Nachwelt von hohem, kulturellen Wert sein sollten. Akbar ließ beispielsweise das Taj Mahal und das Rote Fort in Agra bauen, die heute in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geführt werden.
Während der Mogulzeit verstanden es die muslimischen Herrscher ihre Untertanen in Form eines Staatswesens zu regieren, das heutigen Verwaltungsformen schon sehr nahe kam. Die hinduistischen Regionen im Süden Indiens hatten dagegen eher den Charakter von Königreichen, die weitgehend unabhängig voneinander und von mehreren Monarchen regiert wurden.

