Höhlentempel in Ajanta und Ellora
Bei den Höhlentempeln in Ajanta und Ellora handelt es sich um zwei Tempelanlagen, die jeweils komplexartig in Felswände entlang des Flusses Waguma getrieben wurden. Der Höhlentempel in Ajanta zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert nach Christus und besteht aus insgesamt 29 Einzelbauwerken, die jedoch durch Gänge miteinander verbunden sind. Das Archäologische Institut von Indien geht davon aus, dass die Bauzeit für ein Bauwerk rund 30 Jahre in Anspruch nahm. Die Fortsetzung der Baureihe wurde durch die Verfolgung der seither im Tal von Ajanta ansässigen Buddhisten abrupt beendet, da diese fluchtartig ihre Heimat verlassen mussten. Nachdem die Höhlentempel von Ajanta über Jahrhunderte verwaist geblieben sind, wurden sie im April 1819 von einem britischen Offizier namens John Smith wiederentdeckt. In aufwendiger Kleinarbeit wurden die Höhlen inzwischen dem Tourismus zugänglich gemacht, wobei Ausländer deutlich mehr Eintritt bezahlen müssen als Touristen aus Indien.
Nur wenige Kilometer von Ajanta entfernt, liegt das Dorf Ellora, wo ähnliche Höhlenbauwerke zu finden sind. Die dortigen Höhlentempel entstanden größtenteils zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert und werden der sogenannten Dekkan-Architektur zugeschrieben. Dank der durchgehenden Nummerierung der insgesamt 34 Bauwerke finden sich Touristen während eines Rundgangs durch die Höhlen von Ellora bestens zurecht. Die Höhlen 1 – 12 wurden zwischen 400 und 800 von Anhängern des Buddhismus in die Felswände gemeißelt, die Höhlen 13 – 29 sind das Werk von Hindus (600 – 900 nach Christus), während die Höhlen 30 – 34 (800 – 1000 n. Chr.) auf das Konto von Anhängern des Jainismus, einer christlichen Gruppierung, gehen.
Im Laufe der 1980er-Jahre wurden die Höhlentempel von Ajanta und Ellora zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt, wodurch sie aus touristischer Sicht noch interessanter wurden. Die meisten Touristen kommen im Rahmen eines Tagesausflugs aus Mumbai nach Ajanta und Ellora, die rund eine Flugstunde von der Finanzmetropole entfernt liegen.

