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Indienreisen

Mogulstadt Fatehpur Sikri

Die Mogulstadt Fatehpur Sikri liegt im Bundesstaat Uttar Pradesh im Nordosten Indiens und wurde zwischen 1569 und 1574 in Rekordzeit erbaut. Von 1571 an war Fatehpur Sikri, was ins Deutsche übersetzt “Stadt des Sieges“ heißt, sogar kurzzeitig Hauptstadt des Mogulreichs rund um das heutige Agra. Nur 14 Jahre später verlegte der Großmogul Akbar, der die Stadt bauen lassen hatte, seinen Regierungssitz nach Lahore, wodurch Fatehpur Sikri praktisch über Nacht zur Geisterstadt wurde. Auch wenn Fatehpur Sikri heute wieder von einigen tausend Menschen bewohnt wird, stehen sämtliche Bauwerke aus der Mogulzeit unter Denkmalschutz und gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Trotz oder gerade weil Fatehpur Sikri über mehrere Jahrhunderte ein Dasein als Geisterstadt fristete, sind fast alle Bauwerke noch sehr gut und im Originalzustand erhalten.

Der Bau der Mogulstadt Fatehpur Sikri im Bundesstaat Uttar Prdesh geht einer Legende nach auf die tiefe Dankbarkeit Akbars gegenüber dem Eremiten Salim Chisti zurück, der dem zuvor kinderlosen Herrscher männlichen Nachwuchs schenkte und damit die Thronfolge sicherte. An der Klause des Eremiten soll sich Akbar zum Gebet niedergelassen haben, um den Heiligen um die Geburt eines Sohnes zu bitten. Als die Gebete erhört wurden, soll Akbar der Legende folgend den Bau einer ganzen Stadt in Auftrag gegeben haben, um Salim Chisti zu danken. Aus diesem Grund wird Fatehpur Sikri heute unter anderem auch als Pilgerstätte genutzt, die von Frauen aufgesucht wird, um dort für männlichen Nachwuchs zu beten.

Das bedeutendste Bauwerk in Fatehpur Sikri ist Jami Masjid, die wohl bekannteste Moschee in ganz Indien. In den restlichen Gebäuden der Mogulstadt Fatehpur Sikri ließ Akbar neben dem muslimischen Baustil auch die Architektur der Hindus verewigen. Damit dokumentierte Akbar seine religiöse Toleranz, die außerdem auch durch die Hochzeit mit einer hindustämmigen Rajputen-Prinzessin zum Ausdruck gekommen war. Einen solchen Schritt wagte vor Akbar noch kein anderer Mogul, der damit eine Art Tabubruch begangen hatte.