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Indienreisen

Tempelanlagen und buddhistische Heiligtümer

In ganz Indien sind zahlreiche Tempelanlagen und Heiligtümer zu finden, die je nach Standort dem Hinduismus oder dem Buddhismus gewidmet sind. Beide Religionen haben in Indien die mit Abstand größte Bedeutung, weshalb religiöse Stätten der Moslems und Christen dagegen nur sehr vereinzelt zu finden sind. Beispielhaft für die in Indien vorherrschende kulturelle Vielfalt sollen an dieser Stelle die hinduistischen Tempelbezirke Khajuraho und Mahabalipuram sowie das buddhistische Heiligtum in Sanchi etwas näher vorgestellt werden.

Der Tempelbezirk Khajuraho befindet sich in der gleichnamigen Stadt im Zentrum Indiens und zählt zu den gesellschaftlich umstrittensten Stätten des Hinduismus. Schuld daran ist die erotische, teilweise auch darüber hinausgehende Art und Weise, mit der dort die Verehrung der Götter zum Ausdruck gebracht wird. Die Außenfassaden der Tempel in Khajuraho werden von über 2.000 Skulpturen geschmückt, die nicht selten in höchst verfänglichen Situationen zu sehen sind. Der bei der Schaffung der Skulpturen verwendete Kaimur-Sandstein erlaubt zu allem Überfluss auch noch die sehr genaue Darstellung kleinster Details. Im Hinduismus gilt der Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau unter anderem auch als Symbol für die Schaffung der Welt durch die Götter, die im Tempel von Khajuraho verehrt werden.

Der Tempelbezirk in der rund 50 Kilometer von Madras entfernten Stadt Mahabalipuram im Süden Indiens verdankt seine überregionale Bekanntheit in erster Linie dem größten Relief der Welt, welches dort beherbergt wird. Das Relief bietet dem Beobachter einen Einblick in die im Hinduismus gültige Vorstellung des himmlischen Paradieses auf Erden. Dabei fristen Menschen, Tiere und Götter ein völlig friedliches Miteinander entlang den Ufern des Ganges, dem heiligen Fluss des Hinduismus. Geschaffen wurde diese Felsenstadt bereits vor 1.500 Jahren, wodurch die zuvor eher karge Felslandschaft heute als Wallfahrtsort und touristische Attraktion genutzt wird.

Sanchi wäre unbedeutendes Dorf im Zentrum Indiens, stünde dort nicht eines der bedeutendsten und ältesten Heiligtümer des Buddhismus. Der Stupa in Sanchi gilt als das älteste Exemplar dieser Bauwerke, deren Zahl in ganz Indien auf rund 80.000 geschätzt wird. Die Erbauung dieser Stupas, die im Buddhismus für den heiligen Baum des Lebens und der Erleuchtung stehen, wird dem Kaiser Ashoka zugeschrieben, der kurz nach dem Tod Buddhas amtierte und dem Religionsführer damit ein Denkmal setzen wollte. Der Strupa in Sanchi wurde bereits in vorchristlicher Zeit erbaut und besteht aus einem knapp 20 Meter hohen, massiven und fensterlosen Schrein.