Infrastruktur Verkehr in Indien
Der wichtigste Unterschied, den Touristen vor der Nutzung öffentlicher Straßen in Indien wissen sollten, ist die Tatsache, dass in Indien Linksverkehr herrscht. Die Straße ist in Indien der mit Abstand wichtigste Verkehrsweg, was sowohl für den Transport von Gütern als auch für die Personenbeförderung gilt. Das Straßennetz in Indien weist eine Länge von insgesamt rund 3,5 Millionen Kilometern auf, wobei allerdings nur die Hälfte asphaltiert ist. Das Herzstück des indischen Straßennetzes bilden die sogenannten National Highways, die die wichtigsten Städte des Subkontinents miteinander verbinden. Zusammen bringen es die größtenteils zweispurigen National Highways auf eine Länge von 70.000 Kilometern. Die untergeordneten State Highways, die ein- oder doppelspurig sind und deren Zustand je nach Bundesstaat von sehr rustikal bis bundesstraßenähnlich zu bezeichnen ist, sind rund 140.000 Kilometer lang.
Auch wenn der erste Zug in Indien bereits im Jahr 1853 zwischen Mumbai und Thane verkehrte und das Land bis zum Ende des 19.Jahrhunderts über ein landesweites Schienennetz verfügte, hinkt dieser Bereich der verkehrlichen Infrastruktur dem allgemeinen Wachstum noch hinterher. Von einem geschlossenen und engmaschigen Schienennetz kann man in Indien auch heute im frühen 21. Jahrhundert noch nicht sprechen, wodurch die Straße als Verkehrsweg zusätzlich an Bedeutung gewinnt. Dies führt jedoch wiederum zu regelmäßigen Staus rund um die Ballungszentren Indiens, z.B. Mumbai, Delhi oder Bangalore. Immerhin gibt es in den meisten Städten funktionierende S-Bahn-, oder wie in Neu-Delhi auch U-Bahn-Netze, die den Personennahverkehr relativ zufriedenstellend bedienen können. Die Bahngesellschaft Indian Railways beschäftigt über 1,6 Millionen Menschen und ist damit der größte, staatliche Arbeitsgeber des Landes.
Für Touristen oder Geschäftsleute, die das ganze Land bereisen wollen bzw. müssen, spielt der Flugverkehr nicht zuletzt aufgrund der großen Entfernungen eine sehr wichtige Rolle. Fast alle großen Städte in Indien verfügen über einen Flughafen, die mehrmals am Tag durch Inlandsflüge miteinander verbunden werden. Durch das verstärkte Auftreten von privaten Fluggesellschaften, diese beanspruchen inzwischen fast die Hälfte des Marktanteils für sich, hat sich ein für die Touristen sehr vorteilhafter Konkurrenz- bzw. Preiskampf entwickelt.
In der Vergangenheit kam den Häfen in den Küstenstädten Indiens vor allem im Zusammenhang mit dem Güter- und Frachttransport eine übergeordnete Bedeutung zu. Seit einiger Zeit wird Indien zunehmend auch von Reedereien entdeckt, die touristische Kreuzfahrten in Süd- und Südostasien anbieten.

