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Indienreisen

Politisches System in Indien

Indien war bis zum Jahr 1947 von Großbritannien abhängig, weshalb unter anderem auch die politischen Geschicke des Landes von London aus gelenkt wurden. Die ersten wichtigen Schritte Indiens waren nach der Unabhängigkeitserklärung am 15. August 1947 waren der Beitritt zum Commonwealth of Nations (26. November 1949) und der Beschluss einer demokratischen Verfassung (26. Januar 1950). Damit ist Indien, gemessen an der Einwohnerzahl, die größte Demokratie der Welt. Auch wenn das politische System in Indien einige Parallelen zu den meisten anderen Demokratien aufweist, hat es dennoch auch seine Besonderheiten. Die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede sollen im Folgenden durch einen Vergleich mit der in Deutschland gültigen Demokratie veranschaulicht werden.

Als offizielles Staatsoberhaupt fungiert der Staatspräsident, wobei sich die Tätigkeit des jeweiligen Amtsinhabers fast ausschließlich auf das Wahrnehmen repräsentativer Aufgaben beschränkt. Ähnlich wie in Deutschland der Bundespräsident, wird auch der indische Staatspräsident nicht direkt vom Volk gewählt, sondern durch ein aus Parlamentariern der Bundesstaaten bestelltes Gremium.
Der Premierminister hat in Indien den größten politischen Einfluss, weshalb diese Position mit jener des Bundeskanzlers in Deutschland vergleichbar ist. Die Gesetzgebung geht in Indien sowohl vom Oberhaus (Bundestag) als auch vom Unterhaus (Bundesrat) aus. Auch in Indien beginnt das volle Wahlrecht auf allen Ebenen mit der Vollendung des 18. Lebensjahres. Auf der Ebene der Bundesstaaten und einiger Unionsterritorien trägt der Chief Minister (Ministerpräsident) die politische Verantwortung.

Indien gilt als politisch eher instabiles Land, weshalb sich die dortige Demokratie mitunter sehr schwer tut. Seit der Unabhängigkeit Indiens wurden schon mehrere Bundesstaaten unter die Regentschaft des Staatspräsidenten gestellt, da den eigentlich gewählten Regierungen die Macht entzogen worden war. In den meisten Fällen sind politische oder militante Unruhen die Ursache für diese drastische Maßnahme.
Die Anzahl der Parteien ist in Indien ebenfalls ungleich höher als in Ländern, in denen gefestigte, demokratische Verhältnisse herrschen. Ohne Koalitionen geht in Indien bei der Regierungsbildung gar nichts, egal auf welchen Ebenen. Koalitionen aus einem halben Dutzend und mehr Parteien sind in Indien keine Ausnahme, sondern eher die Regel.