Wirtschaft in Indien
Indien gilt heute als eines der wirtschaftlichen und industriellen Schwellenländer, also ein Land, das nicht mehr zur Dritten Welt zu zählen ist, den Sprung unter die großen Industrienationen allerdings noch nicht ganz geschafft hat. Zu verdanken ist dieser Umstand vor allem den Privatisierungen innerhalb der indischen Wirtschaft, die mit dem Beginn der 1990er-Jahre im ganzen Land stattgefunden haben. Dieser Prozess dauert auch heute noch an und ist noch lange nicht abgeschlossen. In den gut 40 Jahren, die zuvor seit der Unabhängigkeit Indiens vergangen waren, unterlag die hiesige Wirtschaft weitgehenden staatlichen Eingriffen bzw. Kontrollen, wodurch das Wachstum erheblich eingeschränkt und behindert worden war.
Auch wenn sich die Wirtschaft in Indien inzwischen nennenswerten Wachstumsraten erfreuen darf, haben die Unternehmen auf dem Subkontinent noch immer mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. In einigen Bereichen gibt es immer noch Betriebe und Unternehmen, die vollständig dem Staat gehören. Um die Konkurrenzsituation unter Kontrolle zu halten, werden von der indischen Regierung entsprechende Maßnahmen ergriffen, die dem Wirtschaftswachstum alles andere als dienlich sein können. Hinzu kommen insbesondere außerhalb der großen Städte gravierende Probleme im Bereich der Infrastruktur. Stromausfälle sind in Indien an der Tagesordnung, einige logistische Abläufe lassen ebenfalls noch zu wünschen übrig. Eines der größten Probleme, das sich allerdings nicht nur auf die Wirtschaft beschränkt, ist die Korruption.
Seit den 1990er-Jahren haben westliche Großkonzerne, vor allem aus der Automobil- und Computerbranche, den indischen Subkontinent als billigen Produktionsstandort für sich entdeckt. Dies führte in Indien zu einer deutlichen Senkung der Arbeitslosenzahlung und einer spürbaren Belebung der nationalen Wirtschaft. Andererseits gibt es in Indien einen besonders streng formulierten Kündigungsschutz, weshalb einige Konzerne lieber nach China oder andere Länder ausweichen. Hinzu kommt das Problem der Korruption als möglicher Abschreckungsfaktor für ausländische Unternehmen.

